ePrivacy and GPDR Cookie Consent by Cookie Consent Zweckverband Tierkörperbeseitigung Nordbayern
Geschichtliches zur Tierkörperbeseitigung


Ein jahrhundertealtes Metier


Die Aufrechterhaltung der öffentlichen Hygiene ist seit mehreren Jahrhunderten eine hoheitliche Aufgabe. Bereits mit der Verstädterung im 13. Jahrhundert und der damit einhergehenden Zunahme von "allerley getier und cadaver" in den Straßen, legten Städte und Gemeinden Wasenplätze (Plätze, auf denen Kadaver verscharrt wurden) an und beauftragten Abdecker. Der Verkauf der "abgedeckten" Häute und Felle war für den Abdecker ein Nebenverdienst.


Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Dünge- und Futterwert der abgekochten Produkte erkannt und im Zuge der Industrialisierung Apparate eingeführt, welche die zunehmenden Mengen beherrschen konnten. Bereits sehr früh wurden Mindeststandards festgelegt, um ein keim- und erregerfreies sicheres Produkt zu erhalten. In Deutschland legte das Tierkörperbeseitigungsgesetz aus dem Jahre 1939 die Sterilisationsbedingungen mit "133 ° C für 20 Min. bei 3 bar Druck" fest. Dieser Standard wurde 1994 EU-weit eingeführt. Das Trocknen der sterilisierten Schlachtabfälle führte zu den lager- und handelbaren Produkten Fett und Mehl.
Seit über einem Jahrhundert waren Tier- und Knochenmehle und Fette anerkannte Wertstoffe; sie gehörten somit zu den ältesten Recyclingprodukten unserer Zeit. Ihr Verkauf verhalf den Verarbeitungsbetrieben Tierischer Nebenprodukte, einen wesentlichen Teil der Einsammlungs- und Verarbeitungskosten zu kompensieren.




BSE-Krise


Im Zuge der BSE-Krise im November 2000 wurde für tierische Proteine und Fette ein generelles Verfütterungsverbot erlassen. Damit sollte eine Infektionskette endgültig unterbrochen werden, die „rechtlich“ gar nicht hätte existieren dürfen, da bereits 1996 EU-weit verboten wurde, tierische Proteine an Wiederkäuer zu verfüttern.

Das Verfütterungsverbot entband den Zweckverband Tierkörperbeseitigung Nordbayern nicht von seiner Aufgabe, die anfallende Rohware einzusammeln und sicher zu verwerten. Für die gewonnenen Produkte mussten neue Absatzwege gefunden werden. So ist die thermische Verwertung von Tiermehl und Tierfett in Kraft-, Kalk- und Zementwerken die vorwiegende Verwertungsart.



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